23851220 – Interview mit Stefan DeSeve

Interviev von Natalia Volov mit Autor und Romulus-Kenner, Stefan DeSeve über die aktuellen politischen Spannungen.

Archivbild von Stafan DeSeve an Bord der USS Enterprise

Stefan DeSeve (Archiv)

INTERVIEW / POLITIK

Von: Natalia Volkov

Terra Anlässlich der Unregelmäßigkeiten in den Beziehungen zum Romulanischen Reich ist es uns gelungen den Romulus-Experten und Bestseller-Autor Stefan DeSeve zu einem seiner seltenen Interviews zu bewegen.

FNS: Mr. DeSeve…

DeSeve: Einfach Stefan, danke.

FNS: Stefan. Seit Ihrer Rückkehr sind sechzehn Jahre vergangen und seit elf Jahren leben Sie wieder in Freiheit. Haben Sie noch Kontakte auf Romulus?

DeSeve: Eine Handvoll. Während der fünf Jahre auf der Strafkolonie waren meine Möglichkeiten eingeschränkt, aber nach meiner Freilassung habe ich einige Briefe geschrieben und auch einige Antworten erhalten. Die Romulaner sind geduldig und legen großen Wert auf persönliche Freundschaften.

FNS: Vermissen Sie Romulus manchmal?

DeSeve: Das wäre ein zu starkes Wort, aber ich denke noch fast jeden Tag daran. Zwanzig Jahre auf einer Welt prägen einen Menschen und manchmal wünsche ich mir sicher eine romulanische Mahlzeit oder ein Lied.

FNS: Kommen wir auf die Gegenwart zu sprechen. Die Absage des Gipfels mit Romulus hat viele überrascht. Sie auch?

DeSeve: Ein wenig, ja. Romulaner planen über lange Zeiträume, aber setzen kurze Fristen.

FNS: Was meinen Sie damit?

DeSeve: Die Föderation bedient fast immer die diplomatischen Bestrebungen der Romulaner. Die Romulaner können beschließen in zwei Wochen ein Treffen zu wollen und der Föderation drei Tage vorher die Nachricht schicken. Die Föderation wird das Treffen arrangieren und wegen der kurzen Vorlaufzeit schlecht vorbereitet sein, welches das Ziel der Romulaner war.

FNS: Aber dieses Treffen war vor Monaten angesetzt worden…

DeSeve: Richtig, also ist anzunehmen, dass Romulus sich vielleicht schon seit einem Jahr darauf vorbereitet.

FNS: Was könnte diese Planänderung dann bewirkt haben?

DeSeve: Sie möchten, dass ich spekuliere?

FNS: Bitte.

DeSeve: Die Bedingungen müssen sich grundlegend geändert haben und die Romulaner glauben einen noch größeren taktischen Vorteil durch mehr Vorbereitungszeit zu gewinnen – oder einen verlorenen Vorteil wett zu machen.

FNS: Das ist immernoch sehr vage…

DeSeve: Vor 92 Jahren explodierte der klingonische Mond Praxis und veränderte die außenpolitische Landschaft des Quadranten für immer. Niemand sah es kommen, aber heute leben wir in der Welt, die dieses Ereignis geschaffen hat.

FNS: Sie meinen also eine Naturkatastrophe…

DeSeve: Ich meine, dass die Romulaner schnell und kalkuliert auf neue Gegebenheiten reagieren. Wenn sie einen seit Monaten geplanten Gipfel absagen und so ihre Position schwächen indem sie sich als unverlässlich zeigen, dann muss sich eine Gelegenheit ergeben haben mehr zu gewinnen, als sie verloren haben – oder es war das kleinere Übel.

FNS: Stehen die Zeichen also auf Sturm?

DeSeve: Das würde ich nicht sagen. Praetor Tal’Aura hat weiterhin ein gesteigertes Interesse an einem Abbau der Spannungen mit der Föderation um mehr Ressourcen den innenpolitischen Problemen zu widmen. Der drohende Schatten des Krieges ist schon seit Jahren nicht mehr genug um das Volk zu einen und die Deutungshoheit liegt nicht mehr alleine bei Praetor und Senat.

FNS: Das Imperium bröckelt?

DeSeve: [lachend] Das wären Ihre unnötig dramatischen Worte. Das Imperium befindet sich in einem Zustand der Unordnung. Shinzons damalige Befürworter, Shinzons damalige Gegner, die Wiedervereinigungsbewegung, die Remaner… Sie alle ziehen in verschiedene Richtungen und Tal’Aura hält es zusammen. Aber das kostet natürlich Kraft. Wenn man dazu mehrere Dutzend Warbirds und Außenposten entlang einer Grenze unterhält, die immer mehr an Bedeutung verloren hat, dann versteht man den Wunsch nach Frieden mit der Föderation leicht.

FNS: Wenn Sie den Föderations-Diplomaten einen Rat geben könnte, welcher wäre das?

DeSeve: Die Menschen sagen „Wissen ist Macht“. Die Romulaner sagen „Wenn Wissen Macht ist, bedeutet unbekannt zu sein, uneinnehmbar zu sein.“

FNS: Stefan, wir bedanken uns für das Gespräch.